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Münchner Merkur Süddeutsche Zeitung

                          

Süddeutsche Zeitung 24. November 2003

Sprung ins kalte Wasser nicht bereut

Landshamer Tierheilpraktikerin nimmt für die Selbstständigkeit vieles in Kauf

Landsham: Die Tierheilpraktikerin und Pferdetrainerin Yvonne-Christine Helferich aus Landsham hat sich vor zwei Jahren mit Hilfe des Überbrückungsgeldes des Arbeitsamtes selbstständig gemacht. Und sie hat es bis heute nicht bereut - trotz Anlaufschwierigkeiten.

Weil Frau Helferich weder einen Ehemann noch einen Partner hat, der für den Lebensunterhalt aufkommt, hält sie sich finanziell über Wasser, indem sie nebenbei als Kellnerin für eine Personalfirma arbeitet. Dadurch sei sie flexibel. Hat sie selbstgenügend Aufträge, sagt sie der Agentur ab, wenn nicht, geht sie eben kellnern. Drei bis fünf Jahre dauert nach ihrer Ansicht die Anlaufphase, dann sei klar, ob der Laden laufe oder nicht.

 

Bis jetzt ist sie sehr zufrieden. Als Problem sieht sie, dass ihr Beruf nicht bekannt sei. Dabei macht sie nichts anderes als ein normaler Heilpraktiker, nur eben für Tiere: Homöopathie, Akupunktur und Phytotheraphie (Kräuterkunde) zum Beispiel. Aufträge als Tierheilpraktikerin bekomme sie oft durch ihre zweite Tätigkeit als Pferdetrainerin. Durch Körpersprache schaffe sie es, auch die widerspenstigsten Tiere in Anhänger zu bringen- und zwar ohne Gewalt. "Das kommt gut an", sagt sie über ihr Hängertraining. Und so kommt es, dass der eine oder andere nicht nur die Dienste der Pferdetrainerin, sondern auch der Tierheilpraktikerin in Anspruch nehme. Viel gelernt hat die Landshamerin von Pferdeflüsterer Monty Roberts, mit dem sie in den USA auf Tour war. Eine Ausbildung hat sie aber nicht, die könne sie sich nicht leisten. Aber: Monty Roberts ist ihr großes Vorbild.

Text: ras, Süddeutsche Zeitung 

Bild: Schmidt, Süddeutsche Zeitung